Châtel Retrospective

 

    Châtel Retrospective

    Letztes Jahr war es das erste Mal, dass mehr als ein deutscher an den Start des Mountainstyle Contests ging. Dieses Jahr waren es gleich sechs Fahrer, die ihr Glück dort versuchen wollten. Also machte sich eine ziemlich junge, motivierte und durchwachsende Gruppe auf, in Richtung Frankreich. Genauer, Châtel.

    Die Franzosen sind durchweg nett, freundlich und freuen sich über jeden, der den Weg auf sich nimmt, in Châtel an dem Event in irgendeiner Form mit zu wirken. So scheint es einem zumindest, nach Übergabe des Appartementsschlüssel und dem täglich kostenfreien Essen.
    Der Freitag begann mit shredden im Bikepark um sich für den Kurs einzufahren, auf welchem der Contest stattfinden wird. Der Kurs ist ziemlich steil, mit großen Sprüngen und Drops gespickt und endet mit einem 13 Meter Zielsprung, welcher es einen der deutschen Starter und Last-Teamfahrer Patrick „Bengel“ Rasche mal wieder wissen lies, was es heißt, einen beachtlichen Sturz zu kassieren. Am Abend wurde im „Stadtkern“ von Châtel ein Dirtcontest veranstaltet, wo es um stolze tausend Euro Preisgeld ging. Der kleine Spanier Andreu Lacondeguy gab sein bestes und zeigte imposante Backflip-Tailwhips sowie zornige 360°-Tailwhips und beachtliche Superman-Sprünge.

    Der Samstag begann mit wieder mit „warm fahren“ und schon um elf Uhr sollte es mit dem Seeding-Run losgehen, um für den Folgetag die Starterreihenfolge fest zu legen. Bedingt durch die französische Mentalität begann der Seeding-Lauf um kurz vor zwölf. Die internationalen Größen wie Andreu Lacondeguy, Brandon Semenuk, Kyle Strait und Darren Berrecloth, um nur ein paar wenige zu nennen, hielten sich ziemlich zurück und zeigten erst Sonntag am Tage des Finales, was es heißt, auf gröberes Gelände eingefahren zu sein.

    Ein Tag nach dem Seeding sollte auch der Contest um elf Uhr starten, was sich jedoch wieder gleichermaßen nach hinten verzögerte. Bei absolutem Traumwetter sollte Hendrik Tafel als erster Starten, aber auch dieses Vorhaben verzögerte sich, bedingt durch einen Platten, nach hinten. Patrick Rasche entschied sich dazu, den Contest nicht mit zu fahren, da er noch Schmerzen vom Tag davor spürte. Amir Kabbani startete mit einem schönen Nohander von einem neuen Drop seinen Run, konnte jenen aber nicht zu ende fahren, da er im unteren Teil durch einen Platten seinen Run abbrechen musste, im Gegensatz zu Peter Henke, welcher einen astreinen, zweiten Lauf hinlegte und mit Platz 17. heim fahren durfte.

    Cameron Zink, der Gewinner der Fmb-World-Tour des vergangenen Jahres, zeigte auch dieses Mal wieder, wo der Hammer hing und holte den Sieg auf sichere Art und Weise nach Hause. Er nahm den großen Step Up im obigen Teil des Kurses und zuvor den großen Drop. Von da aus wählte er eine schnelle Line bergab und lies es sich nicht nehmen, dass Zielgap zu flippen und über den letzten Sprung einen astreinen Superman zu ziehen. Feine Sache!

    text & pictures by C. Fiene